Glasfaserkabel stehen wie keine andere Telekommunikationstechnik für die digitale Zukunft. Bisher wurde der Ausbau der Glasfaserinfrastruktur in Deutschland nur langsam vorangetrieben, unter anderem, weil die Kosten der Leitungsverlegung im Vergleich zu kupferbasierten Leitungen relativ hoch sind. Zudem führten technische Neuerungen zu einer deutlichen Steigerung der möglichen Bandbreiten von Kupferkabeln, sodass zumindest für übliche Haushalte ausreichende Bandbreiten erreicht werden konnten. Doch spätestens mit dem Ausbau des 5G-Netzes, welcher auch in Deutschland mittlerweile forciert wird, muss ein massiver Ausbau der Glasfaserinfrastruktur einhergehen, da nur durch diese Telekommunikationstechnologie die notwendigen Bandbreiten für 5G-Funkzellen bereitgestellt werden können. Damit steigen die Anforderungen an Prüfung und Dokumentation der Kabelschutzrohre.

Anforderungen an Prüfung und Dokumentation der Kabelschutzrohre

Seit einiger Zeit liegt folgerichtig ein stärkeres Augenmerk auf der Qualität der Installationsarbeiten und es werden zunehmend Richtlinien bzw. Regelwerke für diese Arbeiten erstellt. Als einer der größten Netzbetreiber Deutschlands hat die Telekom Richtlinien erarbeitet und in Form von zusätzlichen technischen Vertragsbedingungen als „ZTV TKNetz 40“ veröffentlicht. Die ZTV TKNetz 40 beinhaltet u.a. Anforderungen an Verlege- und Montagearbeiten sowie Anforderungen an Prüfverfahren zur Zustandskontrolle von Kabelschutzrohren, so genannten Speedpipes, nach den Verlegearbeiten.

Druckpruefung-Speedpipes

Es gibt gute Gründe für die Zustandskontrolle von Speedpipes nach den Verlegearbeiten.

Grundsätzlich muss verhindert werden, dass Wasser in die Speedpipes eindringen kann, welches potenziell Schmutz oder andere Verunreinigungen mitführt, die Schäden an den Glasfasern hervorrufen können. Das führt zwangsläufig zum Ausfall des Telekommunikationssignals, weshalb die Speedpipes grundsätzlich frei von Leckagen sein müssen. Diese Bedingung stellt gleichzeitig sicher, dass ein ausreichender Druck in den Speedpipes aufgebaut werden kann, um die Glasfasern bestmöglich in die Speedpipes einblasen zu können.

Nur in einer druckdichten Rohranlage lässt sich der notwendige Hochdruck aufbauen, um Glasfasern in mehrere Kilometer lange Speedpipes einzublasen. Außerdem muss der langfristige Zustand der Speedpipes sichergestellt werden, da einzelne Glasfasern unter Umständen wieder ausgeblasen werden müssen – beispielsweise im Falle einer Havarie oder bei Kabelschäden. Für den Vorgang des Ausblasens muss weiterhin ein ausreichender Druck aufgebaut werden können.

Aus diesen Gründen ist es nachvollziehbar, dass in der ZTV TKNetz 40 eine Überprüfung der Dichtheit von Speedpipes in Form einer Druckprüfung nach erfolgter Verlegung gefordert wird.

Druckprüfung an Speedpipes

Mit der Option ZTV TKNetz 40 wird mit dem smart memo ein automatisierter Prüfablauf gemäß Regelwerk durchgeführt. Die Prüfung beinhaltet laut Anforderungen eine reine Dichtheitsprüfung mit dem Prüfmedium Luft. Der Prüfdruck beträgt 5 bar (Überdruck).

Nach dem Druckaufbau der Speedpipes auf den Prüfdruck folgt eine Beruhigungsphase, welche sich anteilig an der Dauer der Hauptprüfphase orientiert (20 % der Hauptprüfdauer). Während dieser notwendigen Beruhigungsphase kommt es zu Druckschwankungen im Rohr, welche durch Temperatureffekte und materialspezifische Effekte hervorgerufen werden. Die Kompression der Luft im Rohr während des Druckaufbaus führt zu einem Temperaturanstieg, welcher sich im weiteren Verlauf wieder ausgleichen muss. Dieser Temperaturausgleich darf keinesfalls während der Hauptprüfphase stattfinden, da es zu Verfälschungen des Druckverlaufs führen würde.

Nach dem Ausgleich der Temperaturen und der Beruhigung des Prüfdrucks folgt die Prüfphase. Während der Prüfphase wird der eintretende Druckverlust gemessen und dokumentiert, welcher beispielsweise durch Leckagen oder auch durch weitere Ausdehnung der Leitung eintreten kann.

Der Wert des Druckverlustes ist am Ende der Prüfung das maßgebliche Kriterium für die Bewertung der Dichtheit.

In der ZTV TKNetz 40 wird der zulässige Druckverlust auf 500 mbar beziffert.

Das bedeutet, dass alle Speedpipes, die weniger als 500 mbar Druckverlust während der Hauptprüfung verzeichnen, als ausreichend dicht deklariert werden.

Die Dauer der Hauptprüfung beträgt mindestens fünf Minuten und verlängert sich um weitere drei Minuten pro 1250 m Rohrlänge.

Im Falle einer gleichzeitigen Prüfung von mehreren Speedpipes verlängert sich die Dauer der Hauptprüfung, gleichzeitig wird für jedes Rohr eine separate Vorprüfung von fünf Minuten verlangt.

In der Gesamtrechnung ist es nach aktuellen Anforderungen der ZTV TKNetz 40 günstiger, jedes Rohr eines Verbands einzeln zu prüfen.

Mit Abschluss einer Prüfung wird die Dichtheit (oder Undichtheit) des Rohres festgestellt, was den Abschluss eines Verlegeschrittes bildet. Anschließend erfolgt ein ordnungsmäßiger Verschluss der Speedpipes, um Verunreinigungen auszuschließen, bis schlussendlich die Glasfasern je nach Bedarf eingeblasen werden.

Die Druckprüfung zur Sicherstellung der Dichtheit von Speedpipes wird in Zukunft einen wichtigen und festen Bestandteil beim fortschreitenden Ausbau der Glasfaserinfrastruktur markieren. Mit zunehmender Anwendungspraxis und Erfahrung wird es weitere Optimierungen am Prüfablauf und veränderte Anforderungen geben.

Im Anschluss an die Prüfung können die Messdaten und Ergebnisse digital verschickt werden.

Mit Esders Connect können die protokollierten Messdaten direkt vom smart memo über eine LTE-Verbindung an das Webbrowser-basierte Online-Portal gesendet und dort von mehreren Benutzern eingesehen und verwaltet werden.