Die Merkblattreihe G465-4-1 ff. (11/2025) beschreibt die aktuell verfügbaren Gerätetechniken für Gase, die dem Arbeitsblatt DVGW G 260 (A), ausgenommen Flüssiggase in der Dampfphase, entsprechen:

  • zur Feststellung von Gasaustritten an Leitungen und Anlagen der Gaserzeugung, des Gastransports der Gasverteilung, der Gasinstallation sowie an kundeneigenen Anlagen und Gasanlagen im Bereich industrieller Verwendung
  • zur Einschätzung der Explosionsgefahr in Arbeitsräumen sowie
  • zur Bestimmung spezieller Gaskomponenten.

Der Einsatz der Geräte oder Messsysteme zur messtechnischen Quantifizierung von Methanemissionen hinsichtlich der EU-VO Methanemissionen wird nicht in diesem Merkblatt, sondern in den Merkblättern G 465-5, G 424 und G 425-1 ff. beschrieben.

Seminar Gasrohrnetz

Für die Überprüfung von Anlagen und Gasleitungen, die nicht der Versorgung der Allgemeinheit mit Gas dienen, oder für Gase, die nicht den Bestimmungen des DVGW G 260 (A) entsprechen, können diese technischen Hinweise unter Beachtung der spezifischen Eigenschaften der Gase und gegebenenfalls bestehender anderer Bestimmungen sinngemäß angewendet werden.

Die DVGW-Merkblattreihe G 465-4-1 ff. (11/2025) ersetzt das DVGW-Merkblatt G 465-4 (05/2019). Inwieweit die Technologien auch zur Detektion von Wasserstoff geeignet sind, wird in den Untermerkblättern G 465-4-2 ff. beschrieben.

Übersicht der Sensorik und Ihrer Anwendung

Die Ziffern in der Tabelle beziehen sich auf das jeweilige Untermerkblatt des DVGW-Merkblattes G 465-4-1 ff., in dem die Geräte und Systeme sowie ihre Anwendung genauer beschrieben werden. Die mit * gekennzeichneten Systeme haben bislang ihre Betriebserfahrung nicht nachgewiesen und insofern wurden bislang keine Untermerkblätter erstellt.

Geräte, Anwendungen und Einsatzszenarien im Überblick

Nachfolgend werden zum heutigen Stand der Technik verfügbare Geräte aufgelistet sowie bestimmte Eigenschaften hinsichtlich Anwendung und Einsatzszenarien genannt. Detaillierte System-beschreibungen, Anforderungen an Detektionseigenschaften und das Vorgehen zur Überprüfung dieser Anforderungen werden in den jeweiligen Untermerkblättern genannt.

G465-4-1 11_2025

Allgemeine Anforderungen

Dieses Merkblatt betrifft mobile Gerätetechnik für Gase, die dem DVGW-Arbeitsblatt G 260 – ausgenommen Flüssiggase in der Flüssigphase – entsprechen:

zur Feststellung von Gasaustritten an Leitungen und Anlagen der Gaserzeugung, des Gastransports, der Gasverteilung, der Gasinstallation sowie an kundeneigenen Anlagen und Gasanlagen im Bereich industrieller Verwendung, zur Einschätzung der Explosionsgefahr in Arbeitsräumen sowie zur Bestimmung spezieller Gaskomponenten

Handgeführte Gaskonzentrationsmessgeräte

Handgeführte Gaskonzentrationsmessgeräte werden mit dazugehöriger Sondentechnik eingesetzt. Es werden unterschiedlichste Sensoren und Sensorkombinationen in den Geräten eingesetzt um die Bestandteile der Atmosphäre zu ermessen.

Die Geräte sind praxiserprobt, typische Einsatzfälle sind:  die planmäßige Gasrohrnetzüberprüfung, die Lokalisation und Klassifikation Gasaustritten sowie der Bereitschaftsdienst oder die Überwachung des Arbeitsraumes.

Fahrzeuggestützte Systeme zur Überprüfung von erdverlegten Gasleitungen

Neben den traditionellen Messverfahren, basierend auf dem Halbleitersensor und dem Flammenionisationsdetektor, existiert die in den letzten Jahren immer weiter entwickelte Detektion von Methan mit optischen Verfahren, z. B. laserbasierte Prinzipien. Für die im ppb-Bereich auflösenden Systeme formuliert dieses Merkblatt Anforderungen, Prüfkriterien und Durchführungshinweise. Die Fahrzeuge überprüfen Bereiche unmittelbar über der Leitung, mittels Gasansaugvorrichtungen in direkter Oberflächennähe wird die zu prüfende Atmosphäre zum Lasersystem geführt.

Optional können diese kraftfahrzeuggestützten Messsysteme auch für die Überprüfung eines neben dem Fahrzeug auf der windzugewandten Seite des Fahrweges gelegenen Bereichs eingesetzt werden, wenn sie den dafür erforderlichen, optionalen Eignungstest absolviert haben.

Fahrzeuggestützte Systeme zur Überprüfung von Gasleitungen mittels Konzentrations- und Windmessung der Atmosphäre

Diese Gasspürfahrzeuge sind mit ppb-empfindlicher Messtechnik für Methan, meist auf für Ethan, ausgerüstet. Zusätzlich sind sie mit Windmesstechnik ausgestattet. Während mehrerer Messfahrten über die Fahrwege eines zuvor definierten Areals, z. B. eines Stadtteils, werden dabei die Gaskonzentrationen sowie die Windrichtungen und -Geschwindigkeiten aufgezeichnet, sodass anhand einer Auswertungsberechnung Indikationen über die Orte von möglichen Gasaustritten festgestellt werden können.

Derartige Messsysteme sind für die Detektion von Methanmischungen mit Wasserstoff bis 30 Vol.-% grundsätzlich geeignet. Dabei ist zu beachten, dass die Messsysteme in erster Linie nur Methan und Ethan detektieren, Wasserstoff wird nicht erkannt.

Luftgestützte Gasferndetektion

 Das vorliegende Merkblatt legt Anforderungen und Prüfkriterien für Gasferndetektionsverfahren fest, die in Luftfahrzeugen (zum Beispiel in Hubschraubern oder Flugzeugen) integriert sind und der oberirdischen Überprüfung sowohl erdverlegter als auch obertätiger Erdgastransportleitungen innerhalb und außerhalb bebauter Gebiete sowie der Methandetektion auf Anlagen der Gasinfrastruktur dienen.

Der Einsatz der luftgestützten Gasferndetektion ist auf Leitungen mit einem aktuellen Betriebsdruck von 5 bar und höher beschränkt.

Handgeführte Lasergeräte mit offener Messstrecke (TDLAS)

Diese Lasergeräte messen/detektieren Methan mithilfe einer aktiv ausgesendeten IR-Strahlung. Sie sind typischerweise zur Detektion von Methanmischungen mit Wasserstoff bis 30 Vol.-% geeignet. Dabei ist zu beachten, dass die Geräte nur Methan detektieren, Kenntnisse über den Gehalt an Wasserstoff im Gas müssen dem Anwender bekannt sein.  Sie eignen sich zur Feststellung von Gasaustritten an Leitungen und Anlagen der Gaserzeugung, des Gastransports, der Gasverteilung, der Gasinstallation sowie an kundeneigenen Anlagen und Gasanlagen im Bereich industrieller Verwendung. Geräte mit speziellem Eignungstest können auch für nicht zugängliche Bereiche bei der Gasrohrnetzüberprüfung erdverlegter Leitungen eingesetzt werden.

Bildgebende Gasferndetektionsverfahren

Gaskameras (mobile oder stationär) zur optischen Ferndetektion von Methan nach dem DVGW-Arbeitsblatt G 260 der 2. Gasfamilie „Methanreiche Gase“.

Stand der Technik sind Infrarotkameras, die mit bildgebenden, passiven Verfahren arbeiten und Infrarot-Hintergrundstrahlung verwenden. Gasausbreitungen werden visuell dargestellt. Mehr dazu auch hier. 

Download Gerätetechnikübersicht nach DVGW Regelwerk G-465-4