Anwendungsfall: Es kommen Gasspürgeräte zum Einsatz, die den Anforderungen des DVGW Regelwerks G 465-4 entsprechen.

Bei der Beurteilung einer Gasanzeige muss der Monteur wissen welche Art von Messgerät er einsetzt und wie er die Anzeige zu beurteilen hat. Ein Diffusionsmessgerät mit Schwanenhals sammelt austretendes Gas im Sensorkopf, wie z.B. das VibraGas Ex oder das LeckOmio Ex. Die Anzeige hängt daher sehr stark von der Haltung des Sensorkopfes und der Länge der Messung ab.

Entfernung-Diffusionsmessgeraet

Beim Einsatz von Diffusionsgeräten hat die Positionierung des Sondenkopfes an der Gasaustrittsstelle eine sehr große Bedeutung. Schon bei geringem Abstand zur Austrittsstelle wird nur noch ein geringer Anteil des Gases in den Sensorkopf diffundieren und daher auch nur eine verhältnismäßig geringe Konzentration angezeigt. Wird der Sensorkopf hingegen direkt oberhalb der Austrittstelle positioniert, fängt sich das Gas im Sensorkopf und es werden die höchsten Konzentrationsanzeigen erzielt.

Bei Diffusionsgeräten erfolgt die Messung mit dem Sensorkopf direkt an der Leitung bzw. der Verbindungsstelle bis die Maximalanzeige erreicht wird. Liegt die Maximalanzeige unter 1.000 ppm sind keine Maßnahmen notwendig. Beträgt die Maximalanzeige mehr als 10.000 ppm (1 Vol.%) ist eine Abdichtung zu veranlassen.

Pumpenmessgerät

Ein Pumpengerät, wie das OLLI, saugt austretendes Gas an. In der Regel ist die Pumpenleistung höher als die Menge des austretenden Gases. Daher wird das Gas durch mitangesaugte Luft verdünnt. Je stärker die Pumpe ist, desto stärker ist die Verdünnung des Gases mit Luft. Je stärker die Verdünnung ist, desto kleiner ist die angezeigte Konzentration.

Pumpenleistung-OLLI

In dieser Abbildung soll die bunte Darstellung die Vermischung von wenig Gas (gelbe Kugeln) mit viel Luft (blaue Kugeln) verdeutlicht werden. Dennoch kommt es hier zu einer relativ hohen Konzentrationsanzeige von 1 Vol.%, da die Pumpenleistung von 10 l/h nicht sehr hoch ist.

Pumpenleistung-GOLIATH

In dieser Abbildung wird die gleiche Gasaustrittsmenge von einem Gerät mit höherer Pumpenleistung angesaugt. Die 5-fach höhere Pumpenleistung (50 l/h) sorgt dafür, dass 5 mal mehr Luft angesaugt wird und damit die Konzentration nicht 1 Vol.% sondern nur noch 0,2 Vol.% oder 2.000 ppm beträgt. Für die Bewertung eines Gasaustritts ist die Pumpenleistung des Messgerätes also immer zu berücksichtigen.

Im Hinblick auf die Überprüfung von Industrieanlagen ist ein Pumpengerät in der Praxis von Vorteil. Es kann problemlos mit einer Industriesonde eingesetzt werden.

Hinweis: Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Gas eine gewisse Verweilzeit hat und daher dauert es länger, bis das Gas am Sensor ankommt. Im Arbeitsalltag muss der Anwender daher für die Lokalisation der genauen Leckstelle kurze Verweilzeiten an der zu inspizierenden Strecke berücksichtigen.

Je länger die Sonde, desto länger ist der Weg des Gases, das es zurücklegen muss, desto länger sollte die Verweilzeit sein in Abhängigkeit von der Pumpenleistung.

Beispiel:

  1. Wir setzen ein OLLI mit 10 Liter Pumpenleistung und einer Sonde von 1 m Länge ein. Als Verweilzeit setzen wir uns 3 Sekunden für optimales Arbeiten.
  2. Wir setzen ein GOLIATH mit 50 Liter Pumpenleistung und einer Sonde von 5 m Länge ein. Die Verweilzeit ist auch in diesem Fall 3 Sekunden.

Nehmen wir aber eine 5 Meter lange Sonde in Kombination mit dem OLLI und einer geringeren Pumpenleistung, dann würde sich die Verweilzeit auf 15 Sekunden erhöhen.

Weitere Informationen zur Überprüfung von Industriegasanlagen finden Sie in unserer Blogreihe Industriegas (Teil I)  und Leckstellen und Mängel (Teil II).