Anforderungen an die Luftfreiheit verschärft -

Jede Druckprüfung im Bereich der W 400-2 beinhaltet eine Druckabfallprüfung, die zur Überprüfung der Luftfreiheit herangezogen wird.

Eine ausreichende Luftfreiheit innerhalb der zu prüfenden Rohrleitung muss gewährleistet sein, da sonst die Ergebnisse der Druckprüfung verfälscht werden können. Bei nicht ausreichender Luftfreiheit könnte ein mögliches Leck durch die expandierende Restluft überdeckt werden, d.h. der Druck wird während der Hauptprüfung durch den Luftanteil auf einem konstanten Level gehalten.

Die Gewährleistung und ebenso die Überprüfung der Luftfreiheit sind somit kritische Faktoren in einer Druckprüfung. In der aktuellen Version des Arbeitsblattes W400-2 erhalten sie daher ein besonderes Augenmerk.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Druckprüfung

Der zu prüfende Leitungsabschnitt wird mit Trinkwasser gefüllt und entlüftet. Grundvoraussetzung für die Beurteilung der Dichtheit einer Rohrleitung ist die ausreichende Entlüftung. Durch Spülen mit Wasser ist diese nicht immer herzustellen, daher sollte in diesen Fällen eine Molchung durchgeführt werden.

Als problematisch haben sich z.B. Rohrleitungen gezeigt, die mit grabenlosen Verfahren verlegt werden. Dieses Verfahren des Verlegens kann dazu führen, dass das Rohr nicht nur waagerecht, sondern auch wellenförmig verlegt wird. Ebenfalls problematisch können Düker sein. In den höher gelegenen Abschnitten kann die Luft durch einfaches Spülen nicht sicher entfernt werden. Unter schwierigen Voraussetzungen ist eine Erhöhung der Spülgeschwindigkeit oder eine längere Dauer des Spülens nicht ausreichend, um die Restluft zu entfernen. Im Bild rot markiert sind typische Stellen, an denen sich Restluft ansammelt.

Querschnitt einer Molchstrecke mit Restluft

Was ist eine Molchung?

Das Verfahren der Molchung ist die Lösung für eine luftfreie Leitung. Dabei wird ein Kunststoffkörper der sich dicht an die Wandung anlegt, mit dem Medium Wasser durch die Rohrleitung geschoben. Aufgrund des raumfüllenden Abschlusses bis zur Rohrwandung, wird auch eventuell vorhandene Luft durch die Leitung geschoben und kann am anderen Ende der Leitung entweichen. Dort wird auch der Molch wieder aus der Leitung entfernt. Die Leitung ist dann komplett mit Wasser gefüllt und nahezu luftfrei. Es können lediglich sehr geringe Restmengen an Luft, z.B. an Rohrleitungsverbindungen, zurückbleiben.

Es gibt zahlreiche unterschiedliche Größen und Formen von Molchen, je nach Anforderung der Rohrleitung.

Molche in unterschiedlichen Größen

Zwei Molch-Bälle in unterschiedlichen Größen im Vergleich

Eine „luftfrei“ gefüllte Rohrleitung ist entscheidend für eine erfolgreiche Druckprüfung!

Wie gut eine Molchung funktioniert, sehen Sie im Video.

Die Rohrsimulation ist aus PVC, damit das Füllen und Spülen zum Entfernen der Luft und der Molch sichtbar werden. Im vorderen Bereich ist ein Streckenabschnitt, wie er bei einem Düker vorkommt. Im hinteren Bereich ist ein welliger Streckenabschnitt, wie er beim grabenlosen Rohrvortrieb vorkommt.

Wie wird die Molchung in der Praxis durchgeführt?

Üblicherweise wird eine Molchung in einem neu verlegten Rohrleitungsabschnitt durchgeführt. Hierzu muss es im betreffenden Abschnitt Bauteile geben um den Molch an einem Ende einzusetzen und am anderen Ende wieder zu entnehmen. Nicht immer sind zu diesem Zweck passende Bauteile/Komponenten vorgesehen. Aus diesem Grund empfehlen wir bereits bei der Planung den Einbau von T-Stücken mit Flanschen zu berücksichtigen. Durch das T-Stück kann der Molch auf einfache Weise eingesetzt werden. Anschließend kann der Molch z.B. mit Betriebsdruck aus dem Wassernetz durch die Leitung gedrückt werden. Über ein einfaches Standrohr, angeschlossen an einem weiteren T-Stück am Ende des Abschnittes, kann das Spülwasser abfließen und der Molch ausgespült werden.

Molchen - einsetzen eines Molches in Wasserleitung
Einsetzen eines Molches