Druckprüfungen sind ein wesentlicher Bestandteil im Bereich des Rohrleitungsbaus. Mit Hilfe einer Druckprüfung werden die ordnungsgemäße Ausführung des Einbaus aller Leitungsteile und letztendlich die Dichtheit der Rohrleitung festgestellt. Ohne eine erfolgreiche Druckprüfung kann keine neu verlegte Rohrleitung in Betrieb genommen werden.

Im Bereich der Trinkwasserverteilungsanlagen werden die Anforderungen an die Durchführung einer Druckprüfung durch das DVGW-Arbeitsblatt W400-2 festgelegt. Im Arbeitsblatt sind unterschiedliche Verfahren von Wasserdruckprüfungen aufgeführt, die jeweils einem festgelegten Ablauf folgen. Ausschlaggebend für die Bewertung der Dichtheit ist stets eine Hauptprüfungs-Phase zum Ende des Verfahrens, in welcher der ermittelte Druckabfall mit einem zulässigen Druckabfall verglichen wird. Falls der Druckabfall während der Hauptprüfung kleiner als der Grenzwert ist, gilt die Rohrleitung als ausreichend dicht.

Die Unterschiede in den Verfahren berücksichtigen jeweils die charakteristischen Reaktionen des Rohrleitungsmaterials auf eine Druckbeaufschlagung mit Wasser. So existiert z.B. speziell für Kunststoffleitungen (PE 80, PE100 etc.) das Kontraktionsverfahren, welches mittlerweile zu den häufigsten Verfahren zählt, da seit Jahren vermehrt Kunststoffleitungen für Trinkwasserleitungen verlegt werden.

Überprüfung der Luftfreiheit

Jede Druckprüfung im Bereich der W400-2 beinhaltet eine Druckabfallprüfung, die zur Überprüfung der Luftfreiheit herangezogen wird.

Eine ausreichende Luftfreiheit innerhalb der zu prüfenden Rohrleitung sollte gewährleistet sein, da ansonsten die Ergebnisse der Druckprüfung verfälscht werden können. Bei nicht ausreichender Luftfreiheit könnte ein mögliches Leck durch die expandierende Restluft überdeckt werden, d.h. der Druck wird während der Hauptprüfung durch den Luftanteil auf einem konstanten Level gehalten.

Die Gewährleistung und ebenso die Überprüfung der Luftfreiheit sind somit kritische Faktoren in einer Druckprüfung, weshalb sie auch in der zukünftigen Version des Arbeitsblattes W400-2 ein besonderes Augenmerk erhalten.

Voraussichtlich im Sommer 2022 wird eine Überarbeitung des W400-2 veröffentlicht, in welcher unter anderem zusätzliche Anforderungen und Maßnahmen festgelegt werden, die eine ordnungsgemäße und aussagekräftige Überprüfung der Luftfreiheit sicherstellen sollen. Um Manipulationen bei der Druckabfallprüfung vorzubeugen wird z.B. die Verwendung eines digitalen Wasserzählers vorgeschrieben. In Kombination mit einem Druckprüfkoffer, wie z.B. dem smart memo, muss der Messwert des abgelassenen Wasservolumens digital an den Druckprüfkoffer übertragen werden, so dass kein Messwert manuell eingetragen werden muss.

Auch für das Kontraktionsverfahren wird es zusätzliche Anforderungen geben, die für eine ausreichende Luftfreiheit der zu prüfenden Rohrleitung sorgen soll. Die Forderung nach einem minimalen Druckabfall während der Vorprüfung soll neben der Druckabfallprüfung ein zusätzliches Maß für eine ausreichende Luftfreiheit bilden.

MPP-30-30-Druckprüfung

Druckprüfkoffer steuert Motorprüfpumpe

Wir  verfolgen diese Entwicklungen aufmerksam und entwickeln innovative Produkte, welche alle aktuellen Anforderungen des Arbeitsblattes W400-2 erfüllen. Zusätzlich bieten wir innovative Lösungen, die den Anwendern unserer Produkte die Arbeit vereinfachen und/oder viel Zeit sparen können.

Neben dem Druckprüfkoffer smart memo, der mit Hilfe von Menü-geführten Prüfabläufen eine einfache und fehlerlose Durchführung aller Verfahren gemäß W400-2 ermöglicht, bieten wir in Zukunft eine neue Generation einer Motorprüfpumpe an, die MPP 30-30.

Die MPP 30-30 wird zum Druckaufbau und zur Druckhaltung während der W400-2 Verfahren benutzt. Über eine zusätzlich integrierte Durchflussmessung kann das Wasservolumen ermittelt werden, welches von der Pumpe in die Rohrleitung gepresst wird. Die MPP 30-30 ist ebenfalls smart und kann mit dem Druckprüfkoffer smart memo kommunizieren und Daten austauschen. Das smart memo kann die MPP 30-30 fernsteuern, wodurch der Prüfablauf weiter automatisiert und einer fehlerhaften Bedienung bzw. fehlerhaften Durchführung des Verfahrens vorgebeugt wird.

Druckprüfanhänger-mit-integrierter-MPP-30-30

Luftmengenbestimmung während Druckaufbauphase

Als innovative Lösung für die Verschärfung der Forderungen nach Luftfreiheit bieten wir mittels der Kombination von smart memo und MPP 30-30 eine Luftmengenbestimmung bereits während der Druckaufbauphase.

Wir benutzen zukunftsweisende Messtechnik und physikalische Grundlagen um dem Anwender direkt nach der Druckaufbauphase ein Ergebnis für den relativen Luftanteil in der Rohrleitung zu liefern. Somit erhält der Anwender ein verlässliche und aussagekräftige Bewertung der Luftfreiheit in der Rohrleitung.

Üblicherweise wird eine unzureichende Luftfreiheit erst mit Abschluss der Druckabfallprüfung erkannt (also ca. 1,5 Stunden später). Als Folge davon muss die Rohrleitung erneut entlüftet werden und die Prüfung wird komplett inklusive der Entspannungsphase wiederholt.

Mit unserer Luftmengenbestimmung wird eine unzureichende Luftfreiheit frühzeitig erkannt und dem Anwender wird ein unnötiger zeitlicher Aufwand erspart.