26. November 2019

PRESSEMITTEILUNG – Esders-Zukunftspreis fördert drei ambitionierte Umweltprojekte

15.000 Euro für zukunftsträchtige ehrenamtliche Projekte.

Esders_Jurysitzung
Über 24 Bewerbungen beriet die Jury des Esders-Zukunftspreises

Haselünne 26. November 2019 – Kontinuität, ein fundiertes Konzept, nachhaltige Naturschutzwirkung und öffentliche Strahlkraft. Das waren die Anforderungen der Jury zum Esders-Zukunftspreis. Damit waren die Ansprüche fast so vielseitig wie die Bewerbungen, über die das Gremium nun entschieden hat. Nach lebhafter Diskussion der überregional besetzten Jury stand fest: Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte Zukunftspreis zum 30-jährigen Bestehen der Esders GmbH geht an drei Projekte des Naturschutzes und der Umweltbildung aus dem Emsland. 8.000 Euro für den ersten Preis fließen in die Schaffung eines Laich- und Habitatgebietes für seltene Fischarten.

„Uns freut vor allem, dass unter den 24 Bewerberbungen Initiativen aus allen Generationen vertreten sind, von der Grundschule bis hin zu Rentnergruppen“, sagt Geschäftsführer Bernd Esders. Mit dem ersten Preis und 8.000 Euro prämiert die Jury ein Projekt des Angelsportvereins Haselünne. Zwei unter gewässerbiologischen Aspekten angelegte Kiesbänke im Bach Lotter Beeke bei Haselünne sollen seltenen Fischarten als Laichschongebiete dienen. Bei der Planung und Umsetzung arbeiten die Angler eng mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zusammen. Die Kiesbänke dienen nicht nur den seltenen Fischarten Steinbeißer, Flussneunauge und Stichling zur Fortpflanzung und als Lebensraum. Sie bieten auch Kleinlebewesen wie Köcherfliegenlarven, Wasserkäfer, Bachflohkrebs und Flusskrebs Zuflucht vor Fressfeinden. Im nächsten Schritt sollen hier wieder Aalquappen, Meerforellen und Barben angesiedelt werden. Diese Fische benötigen unbedingt Kiesbänke zum Ablaichen. Jurymitglied Professor Dr. Michael Rode vom Institut für Umweltplanung der Universität Hannover lobte die Bewerbung als fachlich fundiert und durchdacht.

Marianum for future: Fahrrad statt Auto und Pfandbecher to go

Mit 5.000 Euro fördert die Esders GmbH das Seminarfach „Marianum for future“ am Meppener Gymnasium Marianum. „Die Schüler zeigen, dass man mehr tun kann und muss, als Plakate malen und demonstrieren“, sagt Bernd Esders. Seit fünf Jahren gibt es am Marianum eine Umwelt AG, die eine Imkerei betreibt, saisonales Gemüse im Schulgarten anbaut und eine selbst angelegte Streuobstwiese bewirtschaftet. Als nächstes wollen die Gymnasiasten die Meppener für das Recup-Pfandsystem für Coffee-to-go-Mehrwegbecher begeistern und die Nutzung der App „toogoodtogo“ gegen Lebensmittelverschwendung in Meppen vorantreiben. Ein weiteres Handlungsfeld der Gymnasiasten lautet nachhaltige Mobilität. Unter dem Stichwort „Fahrrad statt Auto“ wollen sie Schüler und Lehrer dazu motivieren, möglichst häufig mit dem Fahrrad statt Auto zur Schule zu kommen. „Marianum for future denkt global und handelt lokal. Die Schüler bleiben nicht in einer Komfortzone, sondern suchen aktiv den Dialog mit ihren Mitmenschen. Dabei nehmen Sie auch Konflikte und Widerspruch in Kauf. Das hat uns Juroren imponiert“, sagt Geschäftsführer Martin Esders, der zusammen mit seinem Vater Bernd eine Stimme innerhalb des Gremiums hatte.

Über den dritten Platz und damit 2.000 Euro freut sich der Verein „Land Unter e.V.“ Der 140 Mitglieder starke Verein widmet sich seit 25 Jahren der Zucht des seltenen Bentheimer Landschafes sowie dem Erhalt der emsländischen Heidelandschaft. Mit Erfolg: Allein am Versener Heidesee bei Meppen wiesen Biologen der Universität Oldenburg 56 Tier- und 35 Pflanzenarten der Roten Listen nach. „Dass alle drei Preise in Emsland gehen, war nicht beabsichtigt, sondern Ergebnis der offenen Diskussion und Abstimmung“, sagt Professor Dr. Rode. Mit 14 von 24 Einreichungen kam der Großteil der Bewerbungen aus der Region Emsland und Grafschaft Bentheim.

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