Alle Prüfmöglichkeiten an Gasinstallationen mit dem TONI FlowTest

Bei einer Gasinstallation geht es nicht allein um die Frage: Ist sie dicht oder nicht? Je nachdem, ob man eine bestehende Anlage überprüft, eine Reparatur durchführt, einen Gaszähler wechselt oder eine neue Installation in Betrieb nimmt, sind unterschiedliche Prüfungen erforderlich. 

Dabei können Leckmengen, Drücke und Druckverläufe wichtige Hinweise auf den Zustand einer Anlage liefern. Ebenso entscheidend ist aber die richtige Einordnung der Messwerte. Eine Gebrauchsfähigkeitsprüfung verfolgt beispielsweise ein anderes Ziel als eine Dichtheits- oder Belastungsprüfung. Im Fokus stehen hier das DVGW-Arbeitsblatt G 600 und die DVGW-TRGI 2008.

Was wird also wann geprüft? Welche Rolle spielt die Leckmengenmessung? Und warum können insbesondere bei größeren Gasinstallationen das Messverfahren und die Aufteilung der Anlage einen deutlichen Unterschied machen?

Alle Prüfmöglichkeiten mit dem TONI FlowTest direkt in unseren Tutorials.

Hier zur YouTube Playlist.

Gebrauchsfähigkeit von Gasinstallationen: Mehr als nur eine Messung

Bei bestehenden Gasinstallationen muss man den Zustand der Leitungsanlage regelmäßig beurteilen. Hierzu gehört unter anderem die Gebrauchsfähigkeitsprüfung. Sie ist im Abstand von zwölf Jahren vorgesehen und umfasst neben der Beurteilung des allgemeinen Zustandes auch die Ermittlung der vorhandenen Leckmenge.

Die Leckmenge liefert dabei einen konkreten Messwert in Liter pro Stunde. Sie beschreibt, welche Gasmenge durch die Leitung strömt. Sind alle Verbrauchseinheiten geschlossen, kann man auf diese Weise die durch Undichtigkeiten austretende Gasmenge bestimmen.

Wichtig ist jedoch: Der Messwert allein entscheidet nicht über den Zustand der Anlage. Auch den äußerlichen Zustand der Gasinstallation sowie den Abgasweg muss eine Fachkraft untersuchen und beurteilen. Stellt man hierbei weitere Mängel fest, muss man die Gesamtanlage gemäß der schlechtesten Bewertung der Einzelprüfungen bewerten. Selbst wenn die gemessene Leckmenge zunächst auf eine Gebrauchsfähigkeit schließen lässt.

Wie wird die Leckmenge bewertet?

Für Anlagen mit einem Betriebsdruck bis 30 mbar wird die ermittelte Leckmenge auf einen Referenzbetriebsdruck von 23 mbar bezogen. Dabei erfolgt die Einordnung in drei Bereiche: 
Tabelle zur Bewertung, Leckmenge und Maßnahme der Gebrauchsfähigkeit
Bei Anlagen mit einem Betriebsdruck von mehr als 30 mbar gelten die entsprechenden Leckmengengrenzen bezogen auf den tatsächlichen Betriebsdruck. Die Gesamtbewertung bleibt Aufgabe des Fachpersonals.

Leckmengenmessung: Wie unterscheiden sich die Messverfahren?

Für die Bestimmung einer Gasleckmenge stehen unterschiedliche Messprinzipien zur Verfügung. Entscheidend ist dabei, wie man den späteren Leckmengenwert ermittelt.

Bei einem Verfahren der Klasse D wird beispielsweise die Druckänderung innerhalb eines bekannten Leitungsvolumens betrachtet. Aus den Druckwerten zu unterschiedlichen Zeitpunkten lässt sich anschließend eine Leckrate bestimmen. Äußere Einflüsse wie Temperaturschwankungen können sich dabei jedoch deutlich auf den Druckverlauf auswirken und erschweren die Bedingungen.

Bei einem Verfahren der Klasse V wird dagegen ein bekanntes Gasvolumen aus einem Puffer der Anlage zugeführt. Durch die daraus entstandene Druckänderung lässt sich auf das Volumen der Gesamtanlage schließen. Liegt allerdings ein Leck vor, dessen Leckrate größer ist als das zugeführte Volumen, stößt dieses Verfahren an seine Grenzen. In diesem Fall kann man den Anlagendruck nicht aufrechterhalten.

Anders funktioniert die Klasse L. Hier wird die durchströmende Gasmenge direkt erfasst. Typischerweise kommen hierfür Massendurchflusssensoren zum Einsatz. Dadurch muss man die Leckmenge nicht erst aus Druckveränderung und Leitungsvolumen errechnen. Insbesondere der bei Druckabfallverfahren relevante Temperatureinfluss wird damit vermieden. Zudem können auch größere Leckagen ermittelt werden, da das Verfahren nicht durch die Größe eines Puffervolumens beschränkt ist.

Welche Prüfungen sind mit dem TONI FlowTest möglich?

Das TONI FlowTest arbeitet bei der Leckratenermittlung nach dem Klasse L Verfahren. Es misst den Massendurchfluss bei Betriebsdruck und gibt die ermittelte Gasmenge direkt in Liter pro Stunde aus. Der Messbereich für die Leckmengenbestimmung liegt bei 0 bis 8 l/h, die Messwertauflösung bei 0,1 l/h. Zusätzlich misst man den Anlagendruck, sodass man die relevante Leckrate automatisch auf den Referenzbetriebsdruck nach Norm (23 mbar) beziehen kann.

Neben der Leckmengenmessung lassen sich mit dem entsprechenden Zubehör weitere Prüfungen an Gasinstallationen durchführen. Dazu gehören unter anderem Gebrauchsfähigkeits-, Dichtheits- und Belastungsprüfungen.

1. Leckratenbestimmung der Gebrauchsfähigkeitsprüfung einer Verbrauchsleitung

Für eine Leckmengenmessung an einer Verbrauchsleitung kann man das Messgerät anstelle des Gaszählers einsetzen. Dafür wird eine entsprechende Prüfkappe montiert und das Messgerät angeschlossen.

Anschließend wird die tatsächlich durchströmende Gasmenge bei Betriebsdruck ermittelt. Das Messgerät übernimmt dabei vereinfacht gesagt die Aufgabe eines sehr genau auflösenden Gaszählers.

Der Prüfablauf wird menügeführt durchgeführt. Dadurch werden die einzelnen Schritte sowie die erforderlichen Messzeiten nachvollziehbar abgearbeitet und das Ergebnis anschließend dokumentiert.

Eine solche Leckmengenmessung bietet sich beispielsweise bei wiederkehrenden Überprüfungen oder im Zuge eines Zählerwechsels an. Statt lediglich eine Druckänderung festzustellen, steht am Ende ein konkreter Wert zur Verfügung: Wie viele Liter Gas pro Stunde strömen tatsächlich durch die geprüfte Leitung?

Nicht immer muss man die komplette Gasinstallation auf einmal betrachten. Gerade bei größeren Anlagen kann es sinnvoll sein, einzelne Leitungsabschnitte getrennt zu prüfen.

Eine Steigleitung kann man beispielsweise über eine externe Gasblase und eine Handeinspeisevorrichtung versorgen. Bei Installationen mit Einrohrregler lässt sich der Gasweg des Reglers ausgangsseitig mithilfe eines Reglerunterbrechers trennen. Anschließend kann man entweder einen einzelnen Teilabschnitt oder die gesamte Leitungsanlage prüfen.

Das kann gerade bei weit verzweigten Installationen einen praktischen Vorteil haben: Je kleiner das während einer Messung betrachtete Leitungsvolumen ist, desto kürzer können die notwendigen Anpassungs- und Messzeiten ausfallen.

Warum das Leitungsvolumen die Prüfzeit beeinflusst

Große Gasinstallationen bringen bei der Leckmengenmessung eine besondere Herausforderung mit sich. Je größer das Leitungsvolumen, desto länger benötigt das System, um stabile Bedingungen für eine aussagekräftige Messung zu erreichen. Hierzu stellen auch das DVGW-Arbeitsblatt G 600, DVGW-TRGI 2008 und die Prüfgrundlage G 5952 spezifische Anforderungen an die Prüfzeiten.

Entsprechend steigen die vorgesehenen Anpassungs- und Messzeiten: 

Tabelle zur Anpassungszeit, Messzeit und der Gesamten Prüfzeit, nach dem Leitungsvolumen

Bei größeren Anlagen lohnt sich deshalb bereits vor Beginn der Messung ein genauer Blick auf den Aufbau der Installation. Lässt sich die Anlage sinnvoll in einzelne Prüfabschnitte aufteilen, kann dies die gesamte Prüfzeit deutlich reduzieren.

Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Je länger eine Messung dauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich äußere Bedingungen verändern. Temperaturschwankungen, Sonneneinstrahlung oder Windzüge können beispielsweise den Verlauf einer Messung beeinflussen. Durch kleinere Prüfabschnitte lassen sich solche Einflüsse reduzieren.

Wurde eine Gasinstallation repariert oder verändert, reicht eine reine Leckmengenmessung nicht aus. Anschließend ist eine Dichtheitsprüfung nach TRGI erforderlich.

Bei der Dichtheitsprüfung wird die Leitungsanlage – ohne bestimmte Armaturen wie beispielsweise den Regler – mit einem Prüfdruck von 150 mbar beaufschlagt. Während der vorgegebenen Messdauer darf der Druck nicht fallen. Die erforderliche Auflösung des Messgerätes beträgt 0,1 mbar.

Auch hier gibt das DVGW-Arbeitsblatt G 600, DVGW-TRGI die Messzeit nach dem Leitungsvolumen vor:

Tabelle Leitungsvolumen, Anpassungszeit, Mindestmesszeit und Gesamtdauer

Wenn man die Installation in sinnvoll voneinander getrennte Abschnitte aufteilen kann, kann man auch bei dieser Prüfung die benötigte Gesamtzeit reduzieren.

Mit der entsprechenden Druckprüfoption führt das TONI FlowTest durch den Prüfablauf und dokumentiert das Ergebnis direkt.

Bei neu errichteten Gasinstallationen kommt eine weitere Prüfung hinzu: die Belastungsprüfung.

Sie wird vor der Dichtheitsprüfung durchgeführt und dient dazu, die Leitungsanlage auf ihre Festigkeit beziehungsweise Druckbeständigkeit zu prüfen. Als Prüfmedium wird Luft verwendet. Gaszähler, Regler und Gasgeräte sind während der Prüfung nicht Bestandteil des geprüften Systems und man muss sie vor hohen Drücken schützen.

Die Anlage wird dabei mit einem Prüfdruck von 1.000 mbar beziehungsweise 1 bar beaufschlagt. Während einer Prüfzeit von zehn Minuten darf der Druck nicht fallen. Erst anschließend folgt die Dichtheitsprüfung.

Beide Prüfungen, Belastungs- und Dichtheitsprüfung, lassen sich mit der entsprechenden TRGI-Druckprüfoption des TONI FlowTest menügeführt durchführen und dokumentieren.

Zur Beurteilung einer Gasinstallation gehört je nach Auftrag auch die Überprüfung des Gasdruckreglers. Hierbei kontrolliert man mehrere Funktionen und Druckzustände.

Mit der entsprechenden Zusatzoption können unter anderem folgende Prüfpunkte bei einer Reglerprüfung abgedeckt werden:

  • Ausgangsdruck
  • Schließdruck
  • dichter Abschluss des Gasdruckreglers
  • Gasmangelsicherung
  • Ansprechdruck des Sicherheitsabblaseventils (SBV)
  • dichter Abschluss des SBV
  • obere und untere Abschaltung des Sicherheitsabsperrventils (SAV)
  • dichter Abschluss des SAV

Damit lassen sich neben der eigentlichen Leitungsprüfung auch wichtige Funktionen der Druckregelung innerhalb eines einheitlichen Prüfablaufs kontrollieren.

Messung und Dokumentation gehören zusammen

Ein Messergebnis ist vor allem dann hilfreich, wenn man es später eindeutig einer Anlage und einer durchgeführten Prüfung zuordnen kann.

Deshalb gehört neben der eigentlichen Messung auch die Dokumentation zum Prüfablauf. Mit dem TONI FlowTest werden Messungen digital erfasst und gespeichert. Durch zusätzliche Eingabemöglichkeiten kann man weitere Angaben zur Messstelle oder zum Auftrag direkt mit den Messdaten verknüpfen. Über Esders Connect kann man die Messungen und Daten weiterverarbeiten.

Esders Connect ist eine webbasierte Plattform mit dazugehöriger App und somit das digitale Bindeglied zwischen Ihren Messgeräten und dem Büro. Es dient zur zentralen und digitalen Verwaltung Ihrer Messdaten und Geräte. Somit sind Ihre Dokumentationsprozesse automatisiert und Sie sparen wertvolle Arbeitszeit.

So entsteht aus dem Messwert ein nachvollziehbarer Prüfnachweis. Das reduziert insbesondere bei wiederkehrenden Prüfungen den Aufwand, Ergebnisse nachträglich von handschriftlichen Notizen zu übertragen oder einzelnen Anlagen zuzuordnen.

Die digitale Dokumentation gehört auch zum grundsätzlichen Konzept der TONI-Geräteplattform. Je nach Anwendungsbereich stehen innerhalb der TONI-Familie unterschiedliche Geräte für Durchflussmessungen, Druckprüfungen, Gaslecksuche zur Verfügung, welche die Messdaten aufzeichnen. Diese kann man dann jederzeit in Esders Connect abrufen.

FAQs: Gut zu wissen

Hier haben wir eventuelle Fragen und Antworten zur Leckmengenmessung und Prüfung von Gasinstallationen für Sie zusammengefasst.

Was ist eine Gebrauchsfähigkeitsprüfung einer Gasinstallation?

Bei der Gebrauchsfähigkeitsprüfung wird der Zustand einer bestehenden Gasinstallation beurteilt. Dazu gehören die äußere Begutachtung der Anlage, die Kontrolle der Abgasführung sowie die Messung einer potentiellen Leckmenge. Zur Beurteilung der Anlage wird die Leckmenge (in Litern pro Stunde) in direkte Verbindung mit dem allgemeinen Zustand der Installation gesetzt. Für die abschließende Bewertung muss man das schlechteste Teilergebnis nutzen.

Für Gasinstallationen ist eine Gebrauchsfähigkeitsprüfung im Abstand von zwölf Jahren vorgesehen. Unabhängig davon können Prüfungen auch durch Arbeiten an der Installation, festgestellte Auffälligkeiten oder andere Anlässe erforderlich werden.

Unter 1 l/h liegt hinsichtlich der Leckmenge eine unbeschränkte Gebrauchsfähigkeit vor. Zwischen 1 l/h und unter 5 l/h ist die Gebrauchsfähigkeit vermindert und eine Instandsetzung erforderlich. Ab 5 l/h gilt die Anlage als nicht gebrauchsfähig und man muss sie unverzüglich außer Betrieb nehmen. Zusätzlich ist immer der Gesamtzustand der Installation zu berücksichtigen.

Bei Gasinstallationen mit Betriebsdrücken unterhalb von 30 mbar wird die Leckmenge auf einen Referenzbetriebsdruck von 23 mbar bezogen. Ab einem Betriebsdruck von 30 mbar gilt diese Umrechnung nicht mehr.

Bei der Gebrauchsfähigkeitsprüfung einer bestehenden Anlage wird unter anderem die tatsächliche Leckmenge bestimmt und bewertet. Eine Dichtheitsprüfung überprüft dagegen anhand eines vorgegebenen Prüfdrucks, ob während der vorgegebenen Messzeit lediglich ein Druckabfall auftritt. Die Prüfungen haben somit unterschiedliche Aufgaben.

Die Belastungsprüfung dient ausschließlich bei Neuinstallationen dazu, die Festigkeit der Leitungsanlage zu überprüfen. Sie wird mit Luft und einem Prüfdruck von 1 bar durchgeführt. Danach folgt die Dichtheitsprüfung mit einem geringeren Prüfdruck von 150 mbar.

Bei Klasse L Messungen wird die durchströmende Gasmenge direkt gemessen. Die Leckrate muss man somit nicht aus einer Druckdifferenz und einem bekannten Leitungsvolumen berechnen. Das reduziert insbesondere den Einfluss von Temperaturschwankungen, der bei druckbasierten Verfahren eine größere Rolle spielen kann.

Ja, denn das TONI FlowTest hat keine Beschränkung über übliche Anlagenvolumen. Mit zunehmendem Leitungsvolumen verlängern sich allerdings die notwendigen Anpassungs- und Messzeiten. Bei großen oder weit verzweigten Anlagen kann es deshalb sinnvoll sein, einzelne Leitungsabschnitte separat zu prüfen. Das kann die Prüfzeit verkürzen und äußere Einflüsse auf die Messung reduzieren.

Das TONI FlowTest ist in erster Linie für Durchfluss- und Leckmengenmessungen sowie Gebrauchsfähigkeitsprüfungen ausgelegt. Mit entsprechenden Zusatzoptionen können außerdem Dichtheits- und Belastungsprüfungen nach TRGI sowie Prüfungen am Gasdruckregler durchgeführt und digital dokumentiert werden.

Jetzt Vorlagenangebot zum herunterladen!

Machen Sie sich einen einen umfassenden Eindruck zu unserem TONI FlowTest sowie den Zubehörmöglichkeiten und laden Sie sich unverbindlich unser Vorlagenangebot herunter.