Nach dem Aufspüren eines Gasaustritts (Gasindikation) im Rahmen der Gasrohrnetzüberprüfung (G 465-1) oder Untersuchung auf Methanemission (G 465-5) folgt die Lokalisation und Klassifikation der Undichtigkeit.

Das Merkblatt DVGW G 465-3 beschreibt das richtige Vorgehen zur punktgenauen Lokalisation des Gasaustrittes, zur Klassifikation des Gefahrenpotenzials sowie die notwendigen Sicherungsmaßnahmen und Reparaturzeiträume.

Vorgehensweise bei Gasaustritten

Zur Lokalisation der Austrittsstelle wird mittels Sondenlöcher die Bodenluft auf Gasbefund geprüft. Der Ort der höchsten Gaskonzentration ist mit einem Messgerät nach G 465-4-2 mit Messbereich 0,1…100 Vol% zu ermitteln, hier wird die Austrittstelle vermutet.

Noch wichtiger ist die Bestimmung der Gasausbreitung in Richtung Gebäude und Hohlräume. Es werden weitere Sondenlöcher im Abstand 1 Meter systematisch in Richtung Häuser und Schächte eingebracht und auf Gasbefund (Messwerte ≥ 0,1 Vol%) ausgemessen, solange bis Gasfreiheit festgestellt wird. Der geringste Abstand zwischen Gasbefund und Bauwerk/Hohlraum bestimmt die Leckklasse:

Bei einem Gasbefund im Bereich AII, also 1 Meter zu einem Gebäude/Hohlraum muss das Gebäude/Hohlraum direkt auf eindringendes Gas überprüft werden. Im Einsatzfall „Prüfung Bauwerk“ werden die Raumluft des Gebäudes und alle Gebäudeöffnungen (Durchführungen etc.) auf Gasbefund geprüft. In angrenzenden Schächten/Hohlräumen wird die Atmosphäre auf Gasbefund geprüft. In beiden Fällen, Gebäude und Hohlraum, wird bei Befund von Gas ≥10 ppm die Leckklasse AII hochgestuft auf AI.

Zeitgrenzen einhalten

Auf jeden lokalisierten und klassifizierten Gasaustritt folgen Sicherungsmaßnahmen und je nach Gefährdung wiederkehrende Überprüfungen bis zum Reparaturende. Mit der EU-Methanverordnung wird jeder Gasaustritt nicht nur sicherheitstechnisch eingestuft und repariert, sondern es muss im Rahmen des Umweltschutzes jeder Gasaustritt oberhalb der Reparaturgrenze (siehe Blog G 465-1 /465-5) innerhalb von fünf Tagen repariert werden:

Weitere Informationen zum Thema Reparaturgrenzen und wie diese an erdverlegten Leitungen gemessen werden finden Sie in Kürze.