Das Arbeitsblatt DVGW G 459-1 (A) wurde vor Kurzem (Juli 2026) in einer neuen, inhaltlich bereits finalisierten Fassung veröffentlicht. Wir werden an dieser Stelle keine Zusammenfassung aller Änderungen im Detail erstellen, sondern konzentrieren uns nur auf die wichtigsten Änderungen, welche die üblichen Anwendungen der von uns zur Verfügung gestellten Messtechnik betreffen. Kurz: Die verkürzte Druckprüfung von Netzanschlussleitungen gemäß G 459-1 

Was ändert sich bei der Druckprüfung G 459-1?

Im Zuge der Aktualisierung wurde das Druckprüfverfahren für in Betrieb zu setzende Netzanschlüsse angepasst. Die Möglichkeit der verkürzten Prüfung nach dem Druckmessverfahren B3 (G 469) mit jeweils 15 Minuten Beruhigungs- und Prüfungsdauer bleibt bestehen. Jedoch wird der zulässige Druckabfall in der Prüfungsphase von bisher 50 mbar auf 10 mbar reduziert.

Gleichzeitig gelten weiterhin die Anforderungen an die Messtechnik gemäß Arbeitsblatt DVGW G 469 Abschnitt 3.6.1. Diese fordern, dass die Messunsicherheit der verwendeten Druckmessgeräte maximal ein Drittel der zulässigen Druckänderung betragen darf. Indirekt verschärfen sich also durch die Anpassung in G 459-1 die Anforderungen an die Genauigkeit der Drucksensoren enorm: Eine zulässige Änderung von 10 mbar erfordert künftig ein Druckmessgerät mit einer Messunsicherheit von ≤ 3,33 mbar.

In der “alten” Fassung des Arbeitsblattes betrug der zulässige Druckabfall 50 mbar, somit wurde “nur” eine Messunsicherheit von ≤ 17 mbar für den Drucksensor gefordert.

Unser Einsatz für Sie: Warum wir gegen die Verschärfung Einspruch eingelegt haben

Oft entsteht bei normativen Neuerungen der Eindruck, die Industrie würde solche Anpassungen aus eigenem Interesse vorantreiben. Wir möchten Ihnen gegenüber hier völlig transparent sein: Die Esders GmbH hat die geplanten Anpassungen als unverhältnismäßig kritisiert, da uns die massiven Auswirkungen auf die funktionierenden Bestandsgeräte unserer Kunden bewusst waren.

Wir haben daher nach Veröffentlichung des Entwurfs offiziell Einspruch beim DVGW eingelegt und nachdrücklich gefordert, den zulässigen Druckabfall moderater zu gestalten oder die Vorgaben zur Messunsicherheit zu entschärfen.

Verschärfter Blick auf die Wasserstoff-Tauglichkeit

Unser Einspruch wurde – auch in der finalen Beratung am 11. Mai – leider abgewiesen. Der Projektkreis begründete dies mit der zwingend geforderten „H2-Readiness“ (Wasserstoff-Tauglichkeit) aller zukünftigen Netzanschlüsse. Aktuelle Forschungsprojekte hätten ergeben, dass hierfür ein strenger Grenzwert von 10 mbar unerlässlich sei. Da entsprechende Sensortechnik grundsätzlich am Markt verfügbar sei, hielt der Ausschuss trotz unserer Bedenken an der Verschärfung fest.

Auswirkungen auf Esders-Bestandsgeräte

Diese drastisch verschärfte Anforderung hat direkte Auswirkungen auf die von der Esders GmbH produzierte Messtechnik. Die geforderte Genauigkeit stellt eine extrem hohe Hürde dar, die von den meisten Bestandsgeräten mit interner Sensorik leider nicht erfüllt werden kann. Auch eine Nachbesserung oder Nachkalibrierung ist hier technisch nicht realisierbar.

Mit Veröffentlichung der neuen Norm gelten folgende Geräte für die verkürzte Druckprüfung nach G 459-1 als nicht mehr normkonform:

  • DruckTest GaWa Dakks 10 bar (GaWa 10 bar möglich aber davor schon nicht regelkonform)
  • GasTest delta 2006
  • DruckTest memo
  • DruckTest GT
  • Externer Drucksensor EDS2-P 10 bar 0,1% inkl. DAkkS (z.B. für smart memo, delta3, TONI)

Für unsere aktuellen Geräteserien, welche Druckprüfungen mit Hilfe externer Sensoren ermöglichen (Typ smart memo, GasTest delta3 und TONI), bieten wir bereits neue, passende Drucksensoren an. Diese verfügen über die entsprechende Genauigkeit und erfüllen die neuen Anforderungen des Arbeitsblattes G 459-1 vollumfänglich: EDS2-P 10 bar 0,03% DAkkS

Für die Durchführung einer “regulären” Prüfung nach dem Druckmessverfahren B3 gemäß DVGW G 469 gibt es aktuell keine Änderungen, somit kann diese Prüfung weiterhin mit der bestehenden Messtechnik/Hardware durchgeführt werden.

Die Lösung für normkonformes Prüfen und Alternativen

Umstellung auf neuen externen Drucksensor

Für unsere aktuellen Geräte vom Typ smart memo, delta3 und TONI haben wir bereits vorgesorgt. Da diese Systeme mit externen Sensoren arbeiten, kann hierfür zukünftig Artikel 361025 verwendet werden, welcher exakt auf die neuen, hohen Genauigkeitsanforderungen des Arbeitsblattes G 459-1 zugeschnitten ist. Mit dieser neuen Hardware kann auch zukünftig eine verkürzte Druckprüfung von Netzanschlussleitungen gemäß G 459-1 durchgeführt werden.

Die verschärften Anforderungen an die Druckprüfung betreffen nur die “verkürzte” Prüfung für Netzanschlüsse gemäß G 459-1. Die “reguläre” Druckprüfung B3 gemäß G 469 ist vorerst nicht von den Änderungen betroffen, kann somit weiterhin mit der bestehenden Messtechnik normkonform durchgeführt werden. Mit dieser Druckprüfung können auch Netzanschlüsse (zwar mit einer längeren Prüfdauer) einzeln oder in Verbindung mit einer Verteilleitung geprüft werden.

Der DVGW erteilt üblicherweise keine Übergangsdauer zur Umsetzung neuer Regelungen. Somit ist es durchaus denkbar, dass Sie weiterhin eine verkürzte Druckprüfung von Netzanschlussleitungen nach dem “alten” Stand des Regelwerks mit “alter” Messtechnik durchführen. Hierfür sollte vorab unbedingt die Freigabe durch den Auftraggeber eingeholt werden!

Wir wissen, dass solche normativen Umstellungen mit Aufwand verbunden sind, und stehen Ihnen bei der Umrüstung Ihrer Messtechnik partnerschaftlich zur Seite. Sprechen Sie uns gerne an!