Leichtflüssigkeitsabscheider für Öl und Benzin spielen eine zentrale Rolle beim Schutz unserer Umwelt. Sie filtern schädliche Stoffe aus dem Abwasser, bevor diese in die Kanalisation oder die Umwelt gelangen können. Zu finden sind diese Abscheideranlagen typischerweise an Orten mit erhöhtem Risiko für Leichtflüssigkeiten, wie beispielsweise an Tankstellen, Waschstraßen, Kfz-Werkstätten oder in industriellen Betrieben.

Da von diesen Anlagen bei unentdeckten Undichtigkeiten erhebliche sicherheits- und umweltrelevante Risiken ausgehen, gelten für den Bau, den Betrieb und die Überwachung strenge Vorgaben. Wir beleuchten die regulatorischen Hintergründe, den Ablauf der Generalinspektion und die hohen Anforderungen an die Messtechnik bei der Dichtheitsprüfung nach DIN 1999-100.

Geltendes Recht: Das Zusammenspiel von EN 858 und DIN 1999-100

Auf europäischer Ebene regelt die Norm EN 858 die grundlegenden technischen Anforderungen an die Bauteile und den Aufbau von Abscheideranlagen. In dieser Norm wird auch eine einfache Prüfung auf Wasserdichtheit von fertigen Anlagenteilen erwähnt. Jedoch fehlen hier konkrete, detaillierte Anforderungen zur Durchführung der Prüfung. Da im Zuge der Erarbeitung der EN 858-1 und EN 858-2 nicht alle Festlegungen für Abscheideranlagen für alle CEN-Mitgliedsländer vereinheitlicht werden konnten, wurde in Deutschland zusätzlich die eigenständige Norm DIN 1999-100 erarbeitet.

Diese trifft weiterführende, strengere und vor allem konkretere Festlegungen für den Bau und Betrieb. Daraus ergibt sich für die Praxis: Die europäischen Normen der Reihe EN 858 und die DIN 1999-100 müssen in Deutschland gemeinsam angewendet werden, um das hierzulande geforderte, hohe Sicherheitsniveau aufrechtzuerhalten.

Gut zu wissen

Umsetzung für Fettabscheideranlagen

Ein analoges Vorgehen wurde übrigens für Fettabscheideranlagen umgesetzt. Auch in diesem Bereich müssen die europäischen Normen (EN 1825-1 und EN 1825-2) sowie die zusätzliche deutsche Norm (DIN 4040) gemeinsam angewendet werden.

Fokus: Die Dichtheitsprüfung nach DIN 1999-100

Die Dichtheitsprüfung ist ein fester und vorgegebener Bestandteil der Generalinspektion. Sie wird einmalig direkt nach dem Bau der Anlage und anschließend im Rahmen der wiederkehrenden Generalinspektionen durchgeführt. Gemäß Anhang A.6 der DIN 1999-100 wird diese als Wasserverlustprüfung realisiert. Das bedeutet, die gesamte Abscheideranlage wird mit Wasser befüllt und der Füllstand über eine bestimmte Prüfdauer überwacht. Die Anlage (bzw. die Anlagenkomponente) gilt als dicht, wenn der Wasserspiegel am Ende der Prüfdauer unter Zugabe eines höchstzulässigen Wasservolumens von 500 ml je Stunde über dem sogenannten Nullwasserspiegel liegt.

Die Prüfdauer beträgt dabei üblicherweise 30 Minuten (sie kann bei großen Anlagen von den geometrischen Größen abhängen). In einfachen Worten ausgedrückt bedeuten diese normativen Anforderungen: Eine typische Abscheideranlage darf innerhalb von 30 Minuten nicht mehr als 250 ml Wasser verlieren, um als dicht zu gelten.

Wichtiger Hinweis

Ablaufleitungen prüfen

Diese Dichtheitsprüfung beschränkt sich auf den reinen Behälterbereich der Anlage. Die Zu- und Ablaufleitungen der Abscheideranlage sollten separat gemäß EN 1610 geprüft werden.

Hier geht es zu unserem Blogbeitrag zur EN 1610.

Anforderungen an die Messtechnik gemäß DIN 1999-100

Einen maximalen Wasserverlust von nur 250 ml in einem riesigen Behälter zuverlässig festzustellen, ist mit bloßem Auge unmöglich. Zur Kontrolle des Füllstands ist daher hochpräzise Spezialmesstechnik erforderlich.

Die DIN 1999-100 stellt neben weiteren Anforderungen drei ganz entscheidende Kriterien an die Messtechnik.
Bezugsquelle: Deutsches Institut für Normung

Kriterium 1

Die Prüfvorrichtung muss sicherstellen, dass eventuelle Wasserverluste infolge von

Undichtheiten durch Messung der Absenkung des Wasserspiegels mit einer Messunsicherheit von höchstens 1,0 mm erfasst und abgelesen werden können.

Die Wasserzugabe hat auf 10 ml genau für Nachfüllmengen < 1000 ml und auf 50 ml genau für Nachfüllmengen > 1000 ml zu erfolgen.

Eine Messeinrichtung, mit der das Absinken und Wiederauffüllen des Wasserspiegels mit einer Messunsicherheit von 1,0 mm genau ermittelt werden kann, mit einer nachgewiesenen Messunsicherheit des Verfahrens über 10 h, Kalibrierintervalle nach Angabe des Herstellers.

Zusammenfassend: Die Genauigkeit der verwendeten Pegelsonde muss mindestens 1 mm betragen, die Genauigkeit der Nachfülleinheit mindestens 10 ml. Die Genauigkeit der Pegelsonde muss zwingend von einem unabhängigen Prüfinstitut nachgewiesen worden sein (Typ-Prüfung).

Mit dem smart memo sicher durch die Prüfung

Alle oben genannten Anforderungen werden von unserem bewährten smart memo in Kombination mit der hochpräzisen EDS2-Pegelsonde und der smart level control vollumfänglich erfüllt. Die geforderte Typ-Prüfung liegt selbstverständlich vor (ausgestellt durch TÜV Rheinland LGA Products GmbH), sodass mit dieser Messtechnik absolut regelwerkskonforme und rechtssichere Dichtheitsprüfungen nach DIN 1999-100 durchgeführt werden können.

Beratung und mehr Infos

Mit dem smart memo lassen sich nicht nur die Dichtheitsprüfung von Abscheider-Behältern nach DIN 1999-100 durchführen, sondern auch problemlos die Zuleitungen gemäß EN 1610 prüfen. Wie dies funktioniert erklären wir künftig noch in einem unserer praxisorientierten Anwendungsberichte.

Gibt es jetzt schon Fragen? Dann kontaktieren Sie uns gerne. Wir melden uns zeitnah bei Ihnen, sei es für allgemeine Infos für Ihre Anwendung oder eine Live-Demonstration – vor Ort oder online.