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OLLI Freimessen

Dichtheitsprüfung von Abwassersystemen: Verfahren, Normen und Messtechnik

So prüfen Sie Zuleitungen, Kanäle und Schächte sicher und normgerecht

Wie lassen sich Abwasserleitungen, Kanäle und Schächte sicher, effizient und regelwerkskonform prüfen? Erfahren Sie, welche Möglichkeiten Druck- und Dichtheitsprüfungen nach DIN EN 1610, EN 805, DWA-A 139 und DWA-M 149-6 bieten und wie sich Pegelmessverfahren, Freimessen und digitale Dokumentation sinnvoll in den Arbeitsablauf integrieren lassen.

Herausforderungen in der Abwassertechnik

Druck- und Dichtheitsprüfungen zuverlässig durchführen

Vor der Inbetriebnahme und während des Betriebs müssen Abwasserleitungen, Kanäle und Schächte regelmäßig auf ihre Dichtheit geprüft werden. Je nach Bauwerk kommen unterschiedliche Prüfverfahren zum Einsatz. Gleichzeitig muss vor jeder Schachtbegehung sichergestellt werden, dass keine gesundheitsgefährdenden oder explosionsfähigen Gase vorhanden sind. Moderne Messtechnik unterstützt dabei, Prüfungen normgerecht durchzuführen, Arbeitssicherheit zu gewährleisten und Ergebnisse digital zu dokumentieren.

Praxisbeispiele und Anwendungsbereiche

Mit moderner Prüftechnik sichere Abwassersysteme gewährleisten

Bei der Entwicklung unserer Technologien orientieren wir uns stets an der Praxis unserer Kunden. Und dies zeigen wir auch in unseren Anwendungsberichten. Jetzt reinlesen!

Sicheres Freimessen bei der Schachtbegehung

Schachtinspektion mit OLLI-Warngerät

Im Rahmen der Instandhaltung bzw. Instandsetzung des Wasser-, Abwasser- und Fernwärmenetzes sowie von Abscheideranlagen gehört die Begehung von Schächten zu den Aufgaben der Fachkräfte. Da Arbeiten an und in Schächten mit unterschiedlichen Gefahren verbunden sind, gibt es einige Aspekte zu beachten. Je nach Lage eines Schachtes ist zunächst die örtliche Verkehrssituation zu beachten und es sind ggf. Maßnahmen zu treffen, um den Verkehr umzuleiten.

Die häufigsten Gefahren bei Arbeiten im Schacht sind die Gefahr durch Stoffe, worunter Feststoffe, Flüssigkeiten, Dämpfe und Gase in jeweils gesundheitsgefährdender Menge und Konzentration fallen sowie die Gefahr eines Absturzes. Dies gilt im Übrigen auch für Tanks, Silos und Behälter. Als Schutz vor einem Absturz wird üblicherweise ein Dreibein mit einem Höhensicherungsgerät inkl. Rettungshubfunktion über dem Schacht aufgestellt. Daran wird die im Schacht arbeitende Person mittels Auffanggurten und Seilen befestigt. In diesem Beitrag wollen wir speziell auf die Gefahr durch gefährliche Gaskonzentrationen und Sauerstoffmangel eingehen und das Freimessen mit unserem Gaswarngerät OLLI Funktionsgeprüft beschreiben.

Was ist Freimessen?

Freimessen bedeutet gemäß DGUV Regel 113-004 bzw. 103-003 das Ermitteln einer möglichen Gefahrstoffkonzentration bzw. des Sauerstoffgehalts vor und während der Arbeiten in umschlossenen Räumen mit dem Ziel der Feststellung, ob die Atmosphäre im umschlossenen Raum ein gefahrloses Arbeiten ermöglicht. Es ist somit eine Maßnahme zum Schutz der Facharbeiter vor Gefahrstoffen, die häufig mit den Abkürzungen Ex, Ox und Tox bezeichnet werden. Ex steht dabei für die Gefahr vor brennbaren und explosiven Gasen, Ox für die Gefahren durch Sauerstoffmangel und Tox für die Gefahren durch giftige Gase. 

Bei den Gasen im Bereich von Schächten sind neben Sauerstoffmangel (O2) Methan (CH4), Kohlendioxid (CO2) und Schwefelwasserstoff (H2S) die häufigsten Gefahrenstoffe. Gelegentlich wird auch auf Kohlenmonoxid (CO) überwacht, da dies im Straßenverkehr bei unvollständiger Verbrennung von Kraftstoffen entstehen kann.

Schritt für Schritt in der Praxis

Schritt 1: Gaswarngerät auf Einsatzbereitschaft prüfen

Vor jeder Freimessung muss die ordnungsgemäße Funktion des Gaswarngerätes überprüft werden. Dazu gehören eine Sichtprüfung auf Beschädigungen sowie ein kurzer Anzeigetest mit geeignetem Prüfgas. Dieser sogenannte Bump Test ist gemäß DGUV Information 213-056 (T 021) und 213-057 (T 023) arbeitstäglich vorgeschrieben und überprüft gleichzeitig die Funktion der integrierten Pumpe.
Beim OLLI kann der Bump Test direkt über das Hauptmenü gestartet werden.

Zusätzlich zum täglichen Anzeigetest muss das Gaswarngerät spätestens alle vier Monate einer Funktionskontrolle unterzogen werden. Diese umfasst neben der Sichtprüfung auch die Kalibrierung und gegebenenfalls Justierung der Sensoren. Beim OLLI erfolgt dies direkt über den Menüpunkt „Kalibrierung/Justage“.
Alle Funktionsprüfungen und Anzeigetests sollten dokumentiert werden. Mit Esders Connect lassen sich diese Prüfungen digital, papierlos und DSGVO-konform verwalten.

Erst nach erfolgreichem Anzeigetest und Sichtprüfung wird die Freimessung durchgeführt – immer vor dem Betreten des Schachtes.
Hierzu wird am OLLI der Anwendungsfall „Überwachung Arbeitsraum“ ausgewählt. Das Gerät wird in sauberer Umgebungsluft eingeschaltet und ist nach der Sensoreinlaufphase einsatzbereit. Anschließend erfolgt die Messung, beispielsweise mit angeschlossener Schwimmersonde.
Während der Messung werden alle Messwerte im Display angezeigt. Überschreiten einzelne Messwerte die eingestellten Grenzwerte, löst das Gerät einen optischen und akustischen Alarm aus. In diesem Fall darf der Schacht nicht betreten werden. Stattdessen müssen geeignete Maßnahmen wie Be- oder Entlüftung oder der Einsatz persönlicher Schutzausrüstung erfolgen.

Da sich die Atmosphäre im Schacht jederzeit verändern kann, ist nach dem Freimessen eine kontinuierliche Überwachung erforderlich.
Das Gaswarngerät kann entweder direkt von der im Schacht arbeitenden Person getragen oder vom vorgeschriebenen Sicherungsposten außerhalb des Schachtes mithilfe einer Schwimmersonde eingesetzt werden. Letztere Variante schützt das Messgerät zusätzlich vor Verschmutzungen.

Das Freimessen darf ausschließlich von fachkundigen Personen durchgeführt werden. Grundlage hierfür ist der DGUV Grundsatz 313-002.
Die erforderliche Sachkunde umfasst insbesondere:

  • den sicheren Umgang mit den verwendeten Messgeräten und Messverfahren,
  • Kenntnisse über die zu messenden Gefahrstoffe,
  • sowie die betrieblichen Gegebenheiten, beispielsweise die Beschaffenheit des umschlossenen Raumes oder mögliche Einleitungen, die das Messergebnis beeinflussen können.

Download Muster für einen Arbeitserlaubnisschein

Auch die Freimessung muss protokolliert werden.
Was sind die wichtigsten Faktoren beim Freimessen? Welche Daten müssen geprüft werden? Mit unserem Muster des Freigabeprotokolls für das Arbeiten in engen Räumen, Schächten und Behältern, können Sie sich diese Aufgabe wesentlich erleichtern.

Protokoll für Freimessungen

Wir haben ein spezielles Protokoll für Freimessungen erstellt, das hilfreiche Informationen über die Schwellenwerte von Gasdetektoren, für verschiedene Gase sowie eine praktische Tabelle zum Ausfüllen bei der Durchführung von Messungen enthält. Laden Sie es jetzt herunter, indem Sie das untenstehende Formular ausfüllen.

Unsere Seminare

Im Rahmen eines eintägigen Seminars vermitteln wir den Teilnehmenden – auch gerne bei Ihnen vor Ort – die erforderliche Fachkunde. Wir sprechen sowohl über rechtliche Grundlagen als auch über Gefahrstoffe und die entsprechende Messtechnik. Auch praktische Übungen gehören zu unseren Seminaren.

Unsere Technologien zum Thema im Überblick

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Option Pumpe

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Option Dual IR Sensor

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Option Sauerstoffmessung OLLI

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Option Überwachung Arbeitsraum

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Option Alligator Clip OLLI

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Schwimmersonde V2

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331023 PruefeinrichtungPED5Komponenten_Gas_200x200

Regulierventil Prüfgas Ecomini 30 l/h

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Optionales Modul für das smart memo zur automatischen Durchführung von Druckabfalltests und Druckabsenkungen bei Wasserdruckprüfungen. Die EDS2 Ablassautomatik wird mit einem integriertenSchlauchstück direkt mit dem Prüfkörper HANS verbunden. Ausgangsseitig muss an der EDS2 Ablassautomatik ein geeigneter EDS2-V angeschlossen werden. Der automatische Druckablass funktioniert nur in Kombination mit einem EDS2-V zur digitalen Erfassung der Wassermenge! Die Ablassautomatik wird aktuell in folgenden Verfahren unterstützt: W 400-2: KV, BNV, NV, ENV W 101: KV, NV EN 805: KV, NV mechanische Anschlüsse: - eingangsseitig Schlauch-Anschluss mit Nippel Serie 5000 - ausgangsseitig Kupplung Serie 5000 - Halterung zur Fixierung am Prüfstandrohr elektrische Anschlüsse: - eingangsseitig 1x Buchse B11 (Stromversorgung über smart memo) - ausgangsseitig 3x Stecker B11 zum direkten Anschluss weiterer EDS2 Sensoren (keine zusätzlichen T-Stücke notwendig) max. Druck 30 bar max. Durchflussrate 75 Liter/Minute Verwendungshinweis: Bei Durchführung von Wasserdruckprüfungen mit voraussichtlichen Ablassvolumen < 500 ml sollte unbedingt eine Durchflussreduzierung (Artikelnummer 402125) verwendet werden!
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EDS2 Pegelsonde
EDS2 Pegelsonde
externer Sensor anschließbar am Messgerät, integriertes Anschlusskabel 0,5 Meter Sensortyp: Pegelsonde Messprinzip: Druckmessung Messbereich: 300 mm Messgenauigkeit: 0,2 mm bei 20°C Auflösung: 0,1 mm Betriebstemperatur: +3 °C bis +40 °C Maximale Eintauchtiefe: 500 mm Geeignet für die Durchführung von Dichtheitsprüfungen an Abwasserleitungen/-schächten gemäß EN 1610. Die EDS2 Pegelsonde hat die Zulassung für die Dichtheitsprüfung von Leichtflüssigkeitsabscheidern und Fettabscheidern gemäß DIN 1999-100/DIN 4040-100, ausgestellt durch TÜV Rheinland LGA Products GmbH.
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Häufige Fragen zu Druck- und Dichtheitsprüfungen an Abwassersystemen

Wann ist eine Dichtheitsprüfung von Abwasserleitungen erforderlich?

Dichtheitsprüfungen werden unter anderem bei Neubauten, Sanierungen sowie entsprechend den Vorgaben des Auftraggebers oder der zuständigen Regelwerke durchgeführt.

Für neu verlegte Abwasserleitungen und Schächte bildet die DIN EN 1610 die maßgebliche Grundlage für Druck- und Dichtheitsprüfungen.

Das Pegelmessverfahren kommt insbesondere bei Dichtheitsprüfungen von Schächten mit Wasser zum Einsatz und ermöglicht eine präzise Erfassung von Wasserstandsänderungen.

Vor dem Betreten eines Schachts muss geprüft werden, ob Sauerstoffmangel oder gefährliche Gase vorhanden sind. Das Freimessen schützt Mitarbeitende und ist Bestandteil eines sicheren Arbeitsprozesses. Hier kommt unser OLLI (EX/OX/TOX) zum Einsatz.

Zu den häufigsten Gasen gehören Schwefelwasserstoff (H₂S), Methan (CH₄), Kohlenmonoxid (CO) sowie Atmosphären mit zu geringem Sauerstoffgehalt.

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